Mit der GeForce RTX 5050 bringt NVIDIA die kleinste Karte seiner aktuellen Generation auf den Markt. Traditionell sollte die „50er“-Reihe den günstigen Einstieg in die Welt der neuen Architektur ermöglichen, so wie es einst die GTX 1050 oder RTX 3050 zumindest versucht haben. Doch in Europa zeigt sich schnell: Das Konzept geht diesmal nicht auf.
Technische Daten
- GPU: Ada Next „Entry“ Chip
- Speicher: 8 GB GDDR6, 128-bit
- TDP: 130 W
- Empfohlene UVP (EU): 329 €
- Features: Raytracing, DLSS 4, AV1-Encoder
Erwartung vs. Realität
Die Erwartungen waren klar: Eine Karte für Full-HD-Gaming, die aktuelle Titel in hohen Einstellungen bei 60 fps bewältigt und dabei preislich unter der RTX 4060 liegt.
In der Realität sieht es anders aus:
- Viele AAA-Spiele laufen in Full HD nur mit mittleren Details flüssig.
- Raytracing ist praktisch nicht nutzbar, außer in Kombination mit DLSS 4.
- Der Leistungszuwachs gegenüber der RTX 3050 beträgt in Benchmarks durchschnittlich 15-20 % – deutlich zu wenig für eine neue Generation.
Das größte Problem: der Preis
Mit 329 Euro positioniert NVIDIA die Karte in einem Segment, in dem es attraktivere Alternativen gibt:
- RTX 4060 für ca. 360 € – rund 25-30 % schneller, mit 8 GB GDDR6, mehr Cuda-Cores und besserem Effizienzverhältnis.
- AMD Radeon RX 7600 XT für ca. 340 € – vergleichbare oder höhere Leistung in vielen Spielen, dazu 10-12 GB Speicher.
- Gebrauchtmarkt: RTX 3060 Ti oder RX 6700 XT oft für 300-320 € erhältlich, beide deutlich leistungsstärker.
Damit bleibt die RTX 5050 zwischen allen Stühlen: zu teuer für Einsteiger, zu schwach für anspruchsvollere Spieler.
Performance in Spielen (Full HD, hohe Details)
- Cyberpunk 2077 (DLSS 4, Balanced): 55 fps
- Call of Duty: Modern Warfare III: 78 fps
- Baldur’s Gate 3: 65 fps
- Fortnite (Epic, DLSS Quality): 105 fps
Die Ergebnisse zeigen: Für E-Sport- oder weniger anspruchsvolle Titel reicht die Leistung aus. Bei modernen AAA-Spielen stößt die Karte jedoch schnell an ihre Grenzen.
Fazit: Ein Produkt ohne klare Zielgruppe
Die GeForce RTX 5050 wirkt wie ein Schnellschuss. Sie soll den Namen „RTX 50xx“ auch im unteren Preissegment etablieren, bietet aber weder genug Leistung noch einen attraktiven Preis.
Für europäische Käufer ist die Empfehlung eindeutig:
- Wer etwas mehr Budget hat, greift direkt zur RTX 4060 oder RX 7600 XT.
- Wer sparen muss, findet im Gebrauchtmarkt leistungsfähigere Karten zum gleichen Preis.
Die RTX 5050 hätte unter 280 € eine Chance gehabt – bei 330 € ist sie ein teures und überflüssiges Angebot.
Bewertung: 5/10 – solider Einstieg, aber zum falschen Preis.